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Present Tense beschreibt als Zeitform das Jetzt nicht als Zeitpunkt, sondern als Zustand: eine gespannte, instabile Gegenwart, in der Wahrnehmung, Realität und Zukunft gleichzeitig verhandelt werden. Als solche wird sie nicht als abgeschlossene Geschichte erzählt, sondern als offener, fortlaufender Prozess.
Die Ausschreibung versteht diesen Begriff als Beschreibung einer Gegenwart im Spannungszustand: als unruhigen, fragilen Moment, der von Unsicherheit, Verdichtung und Veränderung geprägt ist. Present Tense verweist zugleich auf den gegenwärtigen Zustand des Mediums der Fotografie selbst - auf eine Praxis, die sich neu verortet zwischen Dokumentation, Wahrnehmung, Begegnung und gesellschaftlicher Verantwortung.
Fotografie eröffnet durch unmittelbare Präsenz, durch Begegnung und Austausch mit dem Gegenüber einen direkten und relationalen Zugang zur Wirklichkeit. Damit grenzt sie sich von generativen Bildsystemen ab, die aus zumeist fremden Daten der Vergangenheit ein spekulatives Jetzt ableiten. Fotografie hingegen entsteht im Dialog mit anderen Menschen, Situationen, Perspektiven und Erfahrungen. So führt der fotografische Prozess nicht nur zum Bild; er wird zur Handlung - als Mittel, um Wahrnehmung zu schärfen, Erleben zu ermöglichen, Aufmerksamkeit zu lenken und gesellschaftliche Realitäten erfahrbar zu machen.
Wir laden Künstler*innen und Fotograf*innen ein, Arbeiten einzureichen, die im direkten Kontakt mit ihrer Umwelt entstehen, andere Perspektiven einbeziehen und Fotografie als aktives Handlungsinstrument begreifen. Arbeiten, die die Gegenwart nicht nur abbilden, sondern sie in ihrer Komplexität, ihren Bruchstellen und ihren Widersprüchen erfahrbar werden lassen. Positionen, die Nähe herstellen, Wahrnehmungen verschieben und die Strukturen und Herausforderungen der Gegenwart sichtbar machen -- ohne einfache Antworten auf komplexe Fragen zu geben.



















